Gotik
Spätgotik
Epoche Maximilian I. um 1500
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19. Jhdt.
20. Jhdt. (Klass. Moderne)
Moderne

Pietro Antonio Cesti

(Hofmusik des 17. Jdht. - Frühbarock)

* 1623 Arrezzo + 1669 Florenz

Italienischer Opernkomponist, Hofkapellmeister in Innsbruck, Franziskaner.

Erzherzog Ferdinand Karl beschäftigte den schon bekannten Komponisten von 1652-57 als Kammerkapellmeister an seinem Hof in Innsbruck und gewährte ihm viele Privilegien (z.B. Cesti Wohnhaus Pfarrgasse 5, später Ankauf der Residenz von Kardinal Andreas und Karl v. Burgau 1662-1666).

Das neu erbaute Hofopernhaus (Vorgängerbau Tiroler Landestheater, bis 1844) welches 1652-54 in venezianischem Fachwerkstil errichtet wurde, erlebte seinen Höhepunkt mit der Aufführung von „l´Argia” von Cesti 1655. Anlässlich des Besuches der schwedischen Königin Christina in Innsbruck, wo sie zum katholischen Glauben konvertierte, wurde ihr zu Ehren diese Oper am 4. November uraufgeführt. Cesti selbst sang die Titelrolle des Atamante, das Libretto schrieb der Dichter Giovan Filippo Apolloni. Neun Kupferstiche von Valerio Spada vermitteln auch noch heute eine Vorstellung von der hoch entwickelten Bühnenmaschinerie. Wegen des großen Erfolges musste die Oper wiederholt werden (Beginn: 21.00 h , Dauer: an die 7 Stunden!)

1656 schrieb Cesti für den Karneval die heitere Lustspieloper „l´Orontea”, eine turbulente Liebes- und Verwechslungsgeschichte, die sehr erfolgreich aufgeführt wurde. Nach dem plötzlichen Tod seines Gönners, Erzherzog Ferdinand Karls 1662, beorderte ihn sein Nachfolger, Erzherzog Sigismund Franz, wieder an den Innsbrucker Hof, um für seine Hochzeit eine weitere Oper in Auftrag zu geben: „La Semirami” (Libretto G.B. Moniglia). Durch den völlig unerwartenden Tod von Sigmund Franz 1665 kam es weder zur Hochzeit, noch zur Opernaufführung. Cesti hatte für den Karneval von Venedig die Oper „Il Tito” komponiert, die 1666 zur Aufführung kam (Libr. Niccolò Beregan). Dann beorderte ihn Kaiser Leopold I. nach Wien, wo er „Intendant der Theatermusik des Kaisers” und die Oper „La Semirami” nun als Geburtstagsgeschenk für den Kaiser uraufgeführt wurde. Die opulente Hochzeitsoper „Il pomo d´oro” für des Kaisers Eheschließung mit der spanischen Infantin Margarita Teresa 1666 /67 wurde Höhepunkt und Abschied für Cesti von Wien: er war den enormen Anforderungen des Wiener Hofes nicht gewachsen (pompöse Huldigungsoper mit 67 Auftritten und 23 Verwandlungen)! So kehrte er nach Italien zurück, wo er 1669 starb. Cesti war neben Francesco Cavalli der bedeutendste Opernkomponist seiner Zeit.

In Innsbruck wurden Cestis Werke anlässlich der Festwochen für Alte Musik unter Alan Curtis und René Jacobs erfolgreich aufgeführt. (Il Tito 1983, l´Orontea 1986, La Semirami 1987, L´Argia 1996...)

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Erzherzog Ferdinand Karl, F.Luyex, Mäzen von Cesti in Innsbruck, KHM, Sammlungen Schloss Ambras

Hofopernhaus, J. Strickner, © Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

V. Spada, Bühnenbild zu "L´Argia" von Cesti, © Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Kaiser Leopold I. im Theaterkostüm, J. Thomas, KHM, Sammlungen Schloss Ambras

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