Gotik
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Epoche Maximilian I. um 1500
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19. Jhdt.
20. Jhdt. (Klass. Moderne)
Moderne

Jakob Stainer

(Hofmusik des 17. Jdht. - Frühbarock)

* 1617 Absam + 1683 Absam

"Vater der deutschen Geige" genannt, sein Werdegang ist nicht lückenlos erforscht, vermutlich zuerst Sängerknabe im Haller Damenstift, später Aufenthalt in Cremona und Venedig. Ab 1645 Meister, wird er zum begehrten Geigenlieferanten für den Innsbrucker Hof. Der Hofkapellmeister Johann Stadelmayr fördert den jungen Geigenbauer, indem er ihn dem Landesfürsten Ferdinand Karl empfiehlt.

Wanderjahre, wo Stainer internationale Kontakte knüpfte, wirkten sich prägend aus. Später Freundschaft mit dem Organisten und Geiger Antonio Maria Viviani, der in seiner Eigenschaft als Theaterintendant auch Geigenverkäufe für Stainer vermittelte. Er verkaufte seine Instrumente an Klöster und Höfe nach Salzburg, Innsbruck, München, Venedig, Kirchdorf, Bozen, Nürnberg, Kremsier und Meran. Er nahm nie einen Lehrling auf, sodass seine Kunst des Geigenbauens nicht weiter vererbt wurde. Bekam unter Ferdinand Karl den Titel "erzfürstlicher Diener" und unter Kaiser Leopold I. wurde er 1669 zum "Kaiserlichen Diener".

Der Geiger und Komponist Heinrich Ignaz Franz Biber von Bibern (1644 -1704) lernte auf einer Reise den berühmten Geigenbauer Jakobus Stainer kennen, der ihn später in einem Schreiben als „der vortreffliche Virtuos Herr Biber” erwähnte.

Anno 1668 begann ein Streit mit der Kirchenbehörde wegen des Besitzes "ketzerischer Bicher". Stainer wurde nach Brixen, dem Sitz des Fürstbischofs, zitiert. Da er nicht erschien, wurde eine Hausdurchsuchung und geheime Inquisition angeordnet. Ein Jahr danach musste Stainer wegen "besorgendter Entweichung" in Innsbruck in Arrest. In den 70-ger Jahren war er häufig manisch-depressiv; trotzdem ist seine Arbeitskraft ungebrochen. Der Innsbrucker Hof besaß sieben Stainer - Geigen (heute Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum). Bis um 1800 waren seine Instrumente begehrter als die der Italiener. Heute werden seine Instrumente besonders von Interpreten alter Musik hochgeschätzt und finden sich in kostbaren Musiksammlungen.

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Stainer Geige

Geigenzettel mit Stainer Signatur

Stainer Geige mit Noten

Stainer Zeitgenosse Heinrich Ignaz Biber

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